Foto von einer verschneiten Kreuzung: Greifswalder Straße Ecke Hermelinstraße. Die Fußwege sind sehr schmal und nicht geräumt.
Diesen Artikel teilen

Die Anwohner:innen können ein Lied davon singen: Die Greifswalder Straße ist schlecht einzusehen, egal von wo man wohin abbiegen möchte, und egal ob man mit dem Auto oder mit dem Rad unterwegs ist. Als Fußgänger:in sind die nicht ausgebauten, sandigen „Fußwege“, gerade noch benutzbar, auch wenn immer wieder Straßenlaternen mitten auf dem schmalen Weg stehen. Aber für Rollstuhlfahrende oder Kinderwagen sind die Fußwege über weite Strecken nicht zu benutzen und so muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Benutzung der Greifswalder Straße weder im Auto, noch als Radfahrerin oder Fußgängerin eine schöne Erfahrung ist – wie es mit Rollstuhl oder Kinderwagen aussieht, kann ich mir kaum vorstellen. Die Vorfahrtstraße hat mittlerweile die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30km/h, aber reicht das?

Für mehr Verkehrssicherheit wäre vielleicht die Verkehrsreduktion mithilfe einer Einbahnstraßenregelung ein probates Mittel. Vereinfacht würde dies durch den Fakt, dass der 395er Bus bislang auch nur in eine Richtung durch die Greifswalder Straße fährt – somit müsste die Linienführung gegebenenfalls gar nicht angepasst werden. Vielleicht wäre dann sogar Platz für eine Fahrradspur? Auch die Fußwege gehören dringen saniert und erneuert, denn sie entsprechen nicht den Ansprüchen an eine barrierefreie Teilhabe am Straßenverkehr für alle.

Die von der Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Nadja Zivkovic (CDU), der BVV am 17.12.2020 vorgelegte Bezirksamtsvorlage zur Kenntnisnahme widerspricht diesen Anliegen – die Greifswalder Straße sei eine wichtige Verkehrsader und müsse „den zügigen Verkehrsablauf gewährleisten.“

Weiterhin heißt es: „Die Einrichtung einer Einbahnstraße bringt kaum die immer wieder geforderte Verkehrsberuhigung. Kraftfahrer neigen hier dazu, die zulässige Geschwindigkeit zu überschreiten, da sie keinen Gegenverkehr berücksichtigen müssen. Zudem verursacht eine Einbahnstraße Umwege einschließlich der damit einhergehenden, zusätzlichen Lärm- und Abgasemission. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten wurde eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h angeordnet. Schon daher ist der Verkehrsberuhigung genüge getan.“

Und: „Die Greifswalder Straße hat zum großen Teil einen beidseitigen Fußweg, der dem allgemeinen Verkehrsbedürfnis entspricht. Auch der Teil der Straße mit nur einem Gehweg ist von den Bürgerinnen und Bürgern gut nutzbar. Für den Ausbau einer Radspur in beide Richtungen ist die vorhandene Straßenbreite nicht ausgelegt.“

Welche Untersuchungen die angeblich gute Nutzbarkeit ergab, wird nicht erwähnt. Ich bin mit dieser Vorlage für meinen Teil nicht zufrieden und will mich weiterhin für mehr Sicherheit für die Anwohner:innen rund um die Greifswalder Straße einsetzen. Was denken Sie? Haben Sie Ideen oder Anregungen? Ich freue mich auf Ihre Nachricht!